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Lernende Schule
Begriffsverwirrung? In Schulen wird gelernt..und zwar die Schüler von den Lehrern.Das ist eine einseitige, aber durchaus verbreitete Ansicht...
Seit einigen Jahren sind andere Aspekte immer mehr in den Blickpunkt gerückt (worden): Alle an der Organisation Schule Beteiligten lernen, die Organisation verändert sich durch Lernprozesse der jeweils Betroffenen, das wiederum hat Einfluss auf die Art wie gelernt wird...

Schule: eine immer währende Baustelle!





















Die GE ist eine solche Baustelle, in der ständig Veränderungen stattfinden. Das geschieht nicht willkürlich, sondern es gibt Grundsätze, wie diese Veränderungen vor-gedacht, vor-geplant und nach-beobachtet werden.
Zum einen ist eine Lernende Organisation nur dann sinnvoll strukturiert, wenn möglichst viele Mitglieder in dieselbe Richtung „rudern“.

Gemeinsame Richtung















An der GE gelingt dies dadurch, dass das Schulkonzept jeder/jedem, der an unserer Schule als Lehrer oder Schüler arbeiten möchte, vorher bekannt gegeben wird. Dabei entscheiden die Eltern in gewissem Umfang stellvertretend für ihre Kinder und dokumentieren ihr Einverständnis mit einigen Essentials zum Beispiel durch das Unterschreiben eines Schulvertrages.
Die Lehrer arbeiten also aufgrund einer persönlichen Entscheidung für das Schulkonzept an der GE. Dabei handelt der Einzelne in dem Wissen, dass er an einer Schule tätig sein wird, an der ihm/ihr über Unterricht hinaus auch erzieherische Pflichten entstehen, an der sehr viel Wert auf die Schulatmosphäre gelegt wird, an der es Textzeugnisse gibt... Zusammenfassend gesagt: An der der einzelnen Lehrerin/dem Lehrer mehr Arbeit, mehr Schülerzugewandtheit abverlangt wird als an vielen konventionell organisierten Schulen.
Die freiwillige Entscheidung der Organisationsmitglieder für die Gesamtschule Emsland ist die Grundlage für einen relativ hohen Verständigungsgrad untereinander.
Zum anderen müssen sich die „Rudernden“ gegenseitig der Richtung versichern.

Verständigungsprozesse
Damit nun dieses individuelle Einverständnis mit Grundlagen des Schulkonzepts sich an der Baustelle GE gemeinsam weiterentwickelt, ist die gesamte Schule in Teamstrukturen aufgebaut. Jedes Jahrgangsteam mit einer Leiterin/einem Leiter hat im Rahmen des Schulkonzepts Möglichkeiten Akzente zu setzten, Strukturen weiter zu entwickeln, besondere pädagogische Vorhaben zu pflegen, immer im Rahmen der Gesamtverfasstheit. Die GE besteht also aus 6 kleinen Schulen unter einem konzeptionellen Dach. Diese Jahrgangsteams befinden sich in einem immer währenden Verständigungsprozess
Die Fachgruppen der einzelnen Jahrgänge wiederum sind in Teams tätig, die Schulleitung ist ein Dreierteam. Es gibt also eine systemisch angelegte Kommunikationsstruktur, die immer wiederkehrende Verständigung erzwingt.
Gelegentlich müssen sich die „Rudernden“ auch umschauen und überprüfen, ob sie den vereinbarten Kurs gehalten haben.

Überprüfen der Ziele.
Regelmäßige Auseinandersetzung über Ziele schließt zwar quasi automatisch Selbstvergewisserungsprozesse mit ein, etwa durch Zweifel und Ausräumen, ein kollektiver Irrtum ist aber immer auch noch möglich. Die GE arbeitet hier so, dass regelmäßige Befragungen von Nutzergruppen (Schüler, Eltern) das Handeln spiegelt und Außenmoderation bei Klärungsprozessen hinzugezogen wird.
Die „Rudernden“ müssen überprüfen, ob Unterströmungen unbemerkt ihre Richtung beeinflussen.

Pädagogisches Handeln geschieht immer in dem Glauben, im Sinne des Lernenden etwas Positives bewirken zu können. Wenn das nicht gelingt und eine Schulöffentlichkeit davon zum Beispiel durch Schülerbefragung erfährt, gibt es zwei mögliche Reaktionen: Entweder Schuldzuweisung (Lehrer, Schüler, Schulsystem...). Das wäre pädagogischer Pessimismus, weil die Handlungsmöglichkeiten extrem eingeschränkt werden (Fatalismus). Oder: Das System begreift das Problem als Chance über die Theorie, nach der gehandelt wurde, neu nachzudenken.
Die „Rudernden“ dürfen sich nicht treiben lassen, wenn sie merken, dass sie ein wenig vom Kurs abgekommen sind durch falschen Wind.

In der GE wird Pädagogischer Optimismus gepflegt
In jedem Scheitern steckt die Idee für eine Problemlösung. In jedem Fehler, den einer macht, eine Chance zu Erkenntnissen.
Jeder Schüler kann etwas und will auch etwas lernen.
Wer diese Maximen Ernst nimmt, kann niemals angesichts eines Scheiterns die Hände in den Schoß legen, sondern empfindet eine Herausforderung. Hier beginnt die Dynamik eines lernenden Systems: Gemeinsames Rudern in eine Richtung mit ständigen kleinen Kurskorrekturen!
Die „Rudernden“ sollten Ruhe, Gelassenheit und Heiterkeit bewahren, denn alle zusammen werden sicherlich gut ankommen.

Steuerung
Die grobe Richtung für diese Entwicklung gibt unser Leitbild an, das recht allgemein gehalten ist. Die Feinjustierung leistet unser Schulprogramm und weitere Vereinbarungen, die regelmäßig evaluiert und den sich verändernden Verhältnissen angepasst werden.