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MinT - Mädchen in Technik
Das MinT-Projekt an der Gesamtschule Emsland in Lingen wurde im November 2009 gestartet



MinT = Mädchen in Technik ist vom Namen her leicht zu verwechseln mit der bundesweiten Initiative MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) und das ist auch so gewollt, denn hier sollen Schülerinnen Spaß am Umgang mit Technik entwickeln.


Und das ist nur möglich durch die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten ...


Der fast vollständige MinT-Arbeitskreis: von links Frau Santel (BTZ), Frau Windus (BBS Lingen), Frau Laupenmühlen (BA), Herr Marienhagen (GE), Frau Roelofs (Stadt Lingen), Frau Farwick (BTZ), Herr Vogler (MEMA)

und den partnerschaftlich verbundenen Betrieben und Bildungsträgern der Region


Ziel von MinT ist Schülerinnen stärker für technische Zusammenhänge und technische Berufe zu interessieren.
  • Mit dem Projekt soll erreicht werden, dass Schülerinnen alternative Berufswege planen,
  • soll Interesse geweckt werden für Berufe im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) mit dem Ziel, dass die Teilnehmerinnen nach Erreichen des Schulabschlusses Ausbildungen in MINT-Berufen anstreben.
  • Das Projekt wurde im Jahr 2009 mit 20 Mädchen des Jahrgangs 7 begonnen, die Interesse haben, frauenuntypische Berufe kennen zu lernen.
  • Das Projekt wird als zweistündiger Wahlpflichtkurs angeboten und wird die Mädchen bis zur Klasse 10 begleiten.
  • Der Technikunterricht wird durch Betriebserkundungen, Kurzpraktika, Kompetenzfeststellungen, Einzelberufsberatungen und Kontakte zu Berufsvertreterinnen ergänzt und soll bei den Schülerinnen eine stabile Motivation für eine Berufsentscheidung im Bereich der MINT-Berufe entwickeln.
  • Das Konzept berücksichtigt dadurch den prozessualen Berufswahlverlauf und setzt bewusst frühzeitig an.
  • Eine zweite Gruppe mit 16 Mädchen startete im Sommer 2010.
  • Die Anzahl der Arbeitsplätze beschränkt jeweils die Gruppengröße, die Nachfrage ist größer als das Platzangebot.

Dank der außerordentlich guten Unterstützung durch die Schulleitung konnten die Fachkollegen aus dem Bereich Arbeit-Wirtschaft-Technik dieses Projekt überhaupt erst starten.
Undenkbar wäre das Projekt ohne das außerschulische Netzwerk, das sich auf Initiative von Angelika Laupenmühlen und Hinnerk Marienhagen entwickelt hat.

Techniklehrerin Sandra Schoolmann und Bereichsleiter AWT Hinnerk Marienhagen


Koordinator des MEMA-Netzwerkes des Landkreises Emsland Jürgen Vogler und Angelika Laupenmühlen Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur Nordhorn


Die Sozialpädagogin beim BTZ Michaela Farwick und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lingen Angelika Roelofs


Claudia Uphus Sozialpädagogin am BTZ und rechts Stephan Seidel Berufsberater bei der Arbeitsagentur
Die außerschulischen Aktionen umfassen
  • Betriebs- und Berufserkundungen
  • Kurzpraktika in Werkstätten(BBS, BTZ)
  • Teilnahme am Zukunftstag (Girlsday)
  • der Jobstarter des BTZ Lingen
  • Kurse zur Bearbeitung unterschiedlicher Materialien

Der Startschuss fiel bei der BP in Lingen


Es folgten die Schnuppertage an den Berufsbildenden Schulen Lingen im gewerblichen Bereich.

Anna und Herr Krallmann in der Elektrowerkstatt


Pauline in der Farbtechnik



Der Zukunftstag 2010 mit interessanten Einblicken in technische Berufe beim BTZ in Lingen.


Alicia und Lara bearbeiten Metall



Wissenswertes konnte man hören und sehen beim Besuch bei der Firma Alwin Otten Klimatechnik Meppen

Die gesamte MinT-Gruppe in Meppen



Im September 2010 wurde bei der DEULA kräftig gearbeitet.

Svenja hobelt an einem riesigen Hammerstiel


Schweißarbeiten am Hammerkopf



Im November hatte die Areva ANF zum Löten eingeladen.

Löten unter Anleitung der Auszubildenden bei der ANF



Mit dem MinT-Projekt hat die Gesamtschule einen Preis beim Wettbewerb Boje (Berufsorientierung für junge Einsteiger) der SpardaBank Münster errungen.

Angelika Laupenmühlen und Hinnerk Marienhagen bei der Preisverleihung in Münster

Dank des Preises ist der Fortbestand des Projektes gesichert, darüber freuen sich natürlich in erster Linie die Mädchen auch des neuen Jahrganges 7.

Herr Kramer von der SpardaBank in Lingen überreicht den Preis an die Mädchen des neuen Jahrganges

Begleitet wird MinT durch das Jobstarter-Projekt des BTZ

Die Mädchen denken über ihre berufliche Zukunft nach

Im Januar 2011 informierten sich auch die Mädchen des neuen MinT-Jahrgangs bei der BP in Lingen. Diesmal konnten sie in kleinen Gruppen unterschiedliche Produktionsbereiche anhand von kleinen praktischen Arbeiten kennenlernen.

Dazu schreibt Frau Susanne Schlichter vom Medienhaus Emsland für "das Ölwerk", die Mitarbeiterzeitung der BP

Ölwerk 01/11

BP@Schule: Technik macht auch Mädchen Spaß!


Da sitzen sie nun, in ihren teils viel zu großen, orangefarbenen Overalls und lauschen den Worten von Volker Suresch, der ihnen als BP Lingen Ausbildungsleiter Tipps für Ihre Zukunft mit auf den Weg geben möchte. Pia, Birte, Marieke und 12 weitere Mädchen der Gesamtschule Emsland, alle zwischen 12 und 14 Jahre alt, verhalten sich auch am Ende ihres Praxistages bei der Erdöl-Raffinerie Emsland äußerst diszipliniert. Hinter ihnen liegt ein Vormittag, der vor allem eines zum Ziel hatte: Sehen, erfahren und nicht zuletzt selbst einmal ausprobieren, wie es so ist, wenn man einen technischen Beruf ausübt.

Entstanden ist dieser Aktionstag im Rahmen des Schulprogrammes „BP@Schule“: BP Lingen Mitarbeiter und Schulbetreuer Willi Niers sowie Kontaktlehrer Hinnerk Marienhagen der Gesamtschule Emsland haben gemeinsam schon einige Projekte realisiert, die vor allem den sogenannten MinT (Mädchen in Technik) zu Gute kommen sollten. Diese Mädchen sind technisch interessiert und nehmen deshalb an einem speziellen Förderprogramm teil, das mit Unterstützung der Agentur für Arbeit ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, bei den jungen Mädchen schon während ihrer Schulzeit Ängste, klassische Vorurteile und psychologisch motivierte Hürden gegenüber einer technisch ausgerichteten Berufswelt abzubauen.

Da ist es natürlich besonders hilfreich, einmal selbst Hand anzulegen: zum Beispiel das Schweißgerät ansetzen, eine Naht ziehen, anhämmern und sehen wie diese hart wird und hält. Marieke (12 Jahre) erzählt begeistert, wie gut diese Übung in der BP Lingen Werkstatt geklappt hat und dass sie sich dort gerne noch länger aufgehalten hätte. In diesem Punkt stimmen ihr wohl alle Kameradinnen zu – die Praxis kam viel zu kurz! Obwohl die 15 Mädchen bereits in vier Gruppen aufgeteilt waren und so im Labor, der Werkstatt und weiteren Orten der Raffinerie jede die Chance bekam, selbst tätig zu sein, war – so das Fazit im Feedbackgespräch – die Zeit hierfür zu knapp bemessen. Lehrer Marienhagen und Angelika Laupenmühlen der Arbeitsagentur Nordhorn, beide hatten den Praxistag bei BP Lingen begleitet, zogen direkt ihre Schlüsse: „Der theoretische Anteil dieses Tages mit der BP Lingen Präsentation am Modell und der Werksrundfahrt hat die Mädchen in vielen Punkten überfordert, weil entsprechende Vorkenntnisse ganz einfach fehlten. Diese Veranstaltung werden wir beim nächsten Mal mit Schülerinnen aus höheren Jahrgängen wiederholen – dann können die Mädchen auch mit den Erklärungen zu einer Raffinerie deutlich mehr anfangen.“

Pia, Birte und Marieke fanden den Vormittag trotzdem „total spannend“ und haben manches gelernt: „Ich hätte nicht gedacht, dass in einer Raffinerie die Teamarbeit so wichtig ist und dass man hier so vorsichtig arbeiten muss“, meinte Pia. Birte und Marieke gefiel der Praxisanteil am besten. Jetzt wüssten sie mehr damit anzufangen, was hinter einer technischen Ausbildung steckt und könnten sich konkreter damit auseinandersetzen, ob diese für sie persönlich in Frage käme. Und was sie sonst noch von der Veranstaltung mit nach Hause nehmen? Am liebsten die orangefarbenen Overalls – die finden sie nämlich „richtig cool“. (SuS)

Ebenfalls im Januar 2011 folgten die MinT-Mädchen des 8. Jahrgangs einer Einladung zur Firma Kampmann, wo sie mit Unterstützung der Azubis das Spiel "Vier gewinnt" in Eigenarbeit herstellten.




Am 25. Februar 2011 wird dem MinT-Projekt der Gesamtschule Emsland ein Schweißgerät übergeben, das aus dem Poolgeld von BP@Schule finanziert wurde mit Beteiligung der Firma Wocken Industriepartner.



Im März erhielten alle MinT-Mädchen einheitliche Arbeitsschutzkleidung mit eigenem MinT-Logo. Beim Besuch der BBS im wurde sie zum ersten Mal offiziell eingesetzt. Die Lingener Tagespost berichtete.


und auch im Emslandkurier ist die neue Garderobe zu sehen.


Im April 2011 besuchten die Mädchen des Jahrgangs 8 die General Electric windenergy in Salzbergen. Der Bericht dazu erschien im Emslandkurier.

Am 17. Juni lernten die Mädchen des 7. Jahrgangs mit eigener praktischer Arbeit den Bereich Lagerlogistik bei der EMP in Lingen kennen.






Kurz vor den Sommerferien (26. KW 2011) wurde im Pausenhof der Gesamtschule ein Schmiedekurs mit dem Kunstschmied Bernd Bannach für alle MinT-Mädchen durchgeführt, parallel dazu übten die Teilnehmerinnen in der BBS Löten und Schweißen.


Der zweite Durchgang bei der DEULA in Freren wurde diesmal sogar von einem Fernsehteam von ev1.tv begleitet.

Klicken Sie hier für die Reportage

Und seit dem 2.2.2012 wird das MinT-Projekt auch von anderen Schulen in der Region kopiert und durchgeführt, wesentlichen Anteil daran hatten Frau Laupenmühlen von der Arbeitsagentur Nordhorn und Frau Windus von der BBS Lingen, die unermüdlich gearbeitet haben, um Schulleiter zu interessieren und Kofinanzierer zu gewinnen.