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Schulsozialarbeit
Wo etwa 750 Menschen (ca. 60 davon Lehrer) miteinander zu tun haben, gibt es Reibungsflächen. Das ist nicht nur normal, das ist unausweichlich und erwünscht, denn jede/jeder muss lernen mit Konflikten und gegensätzlichen Anschauungen umzugehen.

Das Entscheidende ist nur: Wie?

Kopf in den Sand und abwarten, bis das Problem beseitigt ist oder aktiv und gemeinsam nach Lösungen suchen?

Das erste kleine unangenehme Gefühl hat jeder Grundschüler, der aus einer recht überschaubaren Schule in ein 110 Meter langes Gebäude mit 750 unbekannten Personen wechselt. In der GE wird dieses Gefühl vor seiner Entfaltung schon bekämpft:

Alle „Neuen“ besuchen bereits vor den Sommerferien ihre neue Schule und treffen dort beim Kennenlernnachmittag (in diesem Schuljahr am 19. Juni 2017) ihre Klasse, ihre Lehrer, sehen ihren Klassenraum und ihre Schule. Begrüßt werden sie durch die Klasse 5.2 (Orchesterklasse) und durch Paten aus den Jahrgängen 9 und 10.

Patenschaften

Dieses Patenschaftsmodell, betreut von Sandra Schoolmann (Beratungslehrerin) , Barbara Beckmann (Mediatorin) Karin Albers (Sozialpädagogin) und ihren Praktikantinnen führt dazu, dass „die Kleinen“ von „ihren Großen“ angeleitet sehr schnell in die Schule hineinwachsen. In den ersten Tagen des Besuchs der GE bezieht sich das auch auf die Anfahrtswege (Buspaten). Die Großen entwickeln sich so schnell von Fremden zu Helfern, dieser Rollenwechsel wird auch in der Lernwerkstatt weiter genutzt. Wenn es dann im Laufe des Schullebens doch zu Konflikten kommt, gibt es die

Konfliktlotsen

Unter Betreuung von Barbara Beckmann arbeiten diese Streitschlichter so, dass sie Streitereien und Uneinigkeiten durch moderierte Gespräche zu lösen suchen. Das muss vorher gelernt werden und ist gar nicht so einfach wie es klingt. Die Schülerinnen und Schüler gehen einigermaßen professionell damit um und wissen auch genau, wo ihre Grenzen sind und sie die Hilfe von Barbara Beckmann benötigen. Wir verzichten möglichst auf Strafaktionen, bewusst auf TET-Räume und setzen auf menschliche Nähe und positive Beeinflussung, was sich im Alltag bisher sehr bewährt hat.

Darüber hinaus gibt es an der GE noch eine Person, die schon eher eine Institution ist:
Unsere Sozialpädagogin Karin Albers. „Zu Karin gehen“ ist in der GE der Ausdruck für ganz viele Nöte und Freuden des Alltags: Sich krank fühlen, einen Rat benötigen, ein wenig Zuwendung abholen, ordentlich den Kopf gewaschen bekommen, weil man „Mist gebaut“ hat, sich entspannen, Spiele spielen.....Die Bedürfnisse von Menschen, die den ganzen Tag zusammen leben und lernen gehen eben deutlich über unterrichtliche Belange hinaus. Das täten sie auch im so genannten Halbtagsbetrieb, aber die lange Verweildauer in der Schule macht sie umso deutlicher. Die Aufgaben unserer Schulsozialarbeiterin sind sehr vielfältig. Sie vermittelt beispielsweise bei innerfamiliären Konflikten, berät Eltern, Schülerinnen und Schüler in Bezug auf soziale und psychische Besonderheiten und hält engen Kontakt zu anderen sozialen Einrichtungen. Diese Vernetzung macht es ihr möglich über aktuelle soziale Entwicklungen informiert zu sein und einen Überblick über vielseitige (auch außerschulische) Hilfsangebote für Familien zu haben und entsprechende Kontakte herzustellen. Hierbei ist es ihr besonders wichtig Verständnis für die individuelle Bewältigung von Entwicklungsaufgaben von Kindern und Jugendlichen aufzubringen, diese zu begleiten, unterstützend zu wirken und gelegentlich auch vorbeugend einzugreifen. Auf Wunsch von Eltern, Schülern oder Lehrern unterliegt unsere Sozialpädgogin natürlich auch der Schweigepflicht.

In gewissem Umfang leisten die Lehrerinnen und Lehrer natürlich ebenfalls tägliche Sozialarbeit, denn das Lernen hört an der Klassenzimmertür nicht auf. Hilfreich dabei ist das Jahrgangsprinzip (Lehrerarbeitszimmer jeweils bei den 4 Klassen, denn räumliche Nähe ist eine der Voraussetzungen für psychische Nähe) bei dem kleine, überschaubare soziale Zusammenhänge entstehen (jeder kennt jeden) und leichter Einfluss genommen werden kann als in einer großen (amorphen) Masse. Die Tutoren (ein Mann, eine Frau pro Klasse) arbeiten hier eng mit Karin Albers zusammen, die mit Rat und Tat den Kollegen zur Seite steht, Gespräche moderiert und auch weiß, wann professionelle Hilfe gebraucht wird und wo sie zu finden ist.