FacebookGoogle+
Beeindruckender Besuch der Zeitzeugin und Holocaust-Überlebende Erna de Vries am 14.01.2020 im 9. Jahrgang der Gesamtschule Emsland
Im Rahmen der Themenwoche zum Nationalsozialismus im Jahrgang 9 hatten wir das große Glück, Frau Erna de Vries, Überlebende des Holocaust, zu einem Gespräch begrüßen zu dürfen. Trotz ihres hohen Alters – Frau de Vries ist 96 Jahre alt – erklärte sie sich bereit, uns zu besuchen und in der Aula die Fragen der Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs zu beantworten. Die Schülerinnen und Schüler schauten sich zunächst einen Film über das Leben und die Leidensgeschichte von Frau de Vries an, und bekamen so alle Informationen über ihren Aufenthalt in den KZs Auschwitz und Ravensbrück eindrucksvoll vermittelt. Anschließend stellten die sehr bewegten Jugendlichen interessiert Fragen und zeigten sich beeindruckt und zugleich erschrocken angesichts der Schilderungen von Frau de Vries. Zu Anfang erwähnte sie sofort den Auftrag ihrer Mutter, die ihr zum Abschied in Auschwitz mit auf den Weg gab: „Du wirst überleben und dann wirst du erzählen, was man mit uns gemacht hat“. Auf Nachfragen der Schülerinnen und Schüler, woher sie die Kraft genommen hatte, immer weiter zu machen und weiter zu gehen, sagte Frau die Vries „Ich glaube und ich bin dankbar, dass ich das immer noch kann.“ Die Schüler interessierten sich auch für ihre Gefühle gegenüber den SS-Frauen und Wärtern in den Konzentrationslagern. Alle waren tief berührt davon, dass sie erklärte: „Ich habe nie Hass verspürt.“ Diese beeindruckende lebensbejahende und ermutigende Einstellung fasste sie zusammen, als sie auf Nachfragen ihr Leben in einem Wort beschreiben sollte und einfach „behütet“ sagte.

Es herrschte während ihrer Erzählungen absolute Ruhe in der Aula und lange anhaltender Beifall zum Abschied zeigte deutlich, wie beeindruckt alle von Frau des Vries waren und wie sehr sie ihren Besucht wertschätzten. Dies zeigt auch wie wichtig der Besuch von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in Schulen ist, um den Jugendlichen aus der Vergangenheit zu berichten und so die Erinnerung für nachfolgende Generationen wach zu halten, da vieles scheinbar leider schon zu oft in Vergessenheit geraten ist.