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GesSchulwettbewerb Jugend debattiert 2020

Justin, Ben, Nele und Hauke qualifizieren sich für den Regionalwettbewerb
Soll ein Pfandsystem für Zigaretten und die dazugehörigen Schachteln eingeführt werden? Um diese Streitfrage ging es im Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ an der Gesamtschule Emsland.

Zwölf Schülerinnen und Schüler des 9. und 10. Jahrgangs debattierten, ob und wie eine Einführung eines Pfandsystems umgesetzt werden könnte. Engagiert und gut vorbereitet setzten die Schüler sich mit dem Thema auseinander. Es wurde die Position vertreten, dass das Wegwerfen der umweltschädlichen Zigarettenkippen und Schachteln durch die verantwortlichen Konsumenten nicht länger hinnehmbar sei. Statt mit einem Bußgeld solle mit einem bundesweit einheitlichen Pfandsystem reagiert werden. Auf der anderen Seite wurde angeführt, dass durch ein Markierungs-, Sammel- und Pfandsystem eine aufwändige Infrastruktur und Logistik aufgebaut werden müsse.

Es entstand die Frage, was mit selbst gedrehten oder nicht markierten Zigaretten aus dem Ausland geschehe. Die Zigarettenhersteller sollten sich an den Kosten der ohnehin durchgeführten Straßenreinigung für das Aufräumen und Entsorgen der Zigarettenkippen beteiligen, so wie es die EU unlängst in einer Verordnung beschlossen habe.

Unter der Leitung der Lehrkräfte Frau Arends-Machnik, Frau Wusterack, Frau Horstkamp und Herrn Berensen ging es am zweiten Tag nach den Weihnachtsferien in der Finalrunde um das Thema: Sollen Innenstädte für große Geländewagen (SUV) gesperrt werden?

Die Finalisten bewiesen, dass sie nach ihrer Vorbereitung und Recherche in den Weihnachtsferien auch diese Streitfrage qualifiziert bearbeiten konnten.

Die zuschauenden Schülervertreter des 8. Jahrgangs, die Jury und Mitglieder der Schulleitung waren von den rhetorischen Fähigkeiten der Debattanten beeindruckt. Es war interessant, spannend und machte Spaß, die Debatten zu verfolgen.

Die ersten vier Plätze belegten Justin Merk (10.2), Ben Krieger (9.3), Nele Jansen (10.2) und Hauke Ratering (10.4) .

Mit Engagement debattierten auch Mara Müscher (9.1), Lena Temmen (9.1), Naomi Günther (9.3), Jannes Koops (9.3), Jan-Luka Gebbe (10.2), Béla Glashörster (10.2), Hendrik Heder (10.3) und Robert van Drunen (10.4) in den Qualifizierungsrunden.

Carolin Smit (9.3) setzte sich als Jurorin beim Schulwettbewerb kompetent ein.

Als aufmerksame und zuverlässige Zeitwächter waren Thomas Heidt und Soenke Thill im Einsatz.

Gewonnen haben letztlich alle Teilnehmer des Schulwettbewerbs.Beim Training für den Wettbewerb übten sie, bei unterschiedlicher Meinung respektvoll miteinander umzugehen, aktiv zuzuhören und frei zu sprechen. Dadurch lernten sie auch, sicher und selbstbewusst aufzutreten.

Jugend debattiert bereichert den Unterricht und das schulische Leben. Das Training der Argumentations- und Teamfähigkeit (auch im Deutsch-, Gesellschaftslehre und Religionsunterricht) führt spielerisch an gesellschaftliche Themen heran und schult Toleranz, Respekt und die Auseinandersetzung mit anderen Standpunkten.

Bei „Jugend debattiert“ führen vier Schülerinnen und Schüler ohne Gesprächsleiter nach klaren Regeln ein sachorientiertes Streitgespräch. Zwei Schüler vertreten die Pro- und zwei Schüler die Kontra-Seite. Die Streitfragen werden ihnen beim Wettbewerb 10 Tage vorher zur Vorbereitung bekannt gegeben. Erst eine halbe Stunde vor Beginn der Debatte erfahren die Teilnehmer, ob sie die Pro- oder Kontra-Position vertreten. Deshalb müssen sie die Streitfragen vorher von allen Seiten beleuchtet und gut vorbereitet haben. In der Debatte gewinnt nicht der Lauteste, sondern derjenige, der mit Überzeugungskraft, Sachkenntnis, Ausdrucks- und Gesprächsfähigkeit streiten kann.

Seit Herbst 2016 ist die Gesamtschule Emsland Mitglied im „Jugend debattiert- RegionalverbundHase-Ems-Vechte“ und nimmt nun das vierte Mal an diesem bundesweiten Wettbewerb offiziell teil.

Die vier Finalisten fahren am 22. Januar 2020 zum Regionalwettbewerb nach Bramsche im Landkreis Osnabrück. Dort werden die besten Debattantinnen und Debattanten der sieben teilnehmenden Schulen aus dem Verbund ermittelt und die Siegerinnen und Sieger qualifizieren sich für den Wettbewerb auf der Landesebene.

Seit dem bundesweiten Start 2002 ist „Jugend debattiert“ dasgrößte privat-öffentlich finanzierte Projekt zur sprachlichen und politischen Bildung in Deutschland. Weit über 200 000 Schülerinnen und Schüler von ca.1200 allgemeinbildenden Schulen sind jährlich aktiv bei dem Projekt dabei.

Jugend debattiert wird durchgeführt von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und auf Initiative und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Projektpartner ist die Heinz Nixdorf Stiftung. Seit einiger Zeit wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Kooperationspartner sind die Kultusministerkonferenz, die Kultusministerien und die Parlamente der Länder.

Hintergrund des Wettbewerbs ist, dass die beteiligten Stiftungen mit Jugend debattiert Schülerinnen und Schüler aller Schularten ermutigen wollen, durch Debattentraining ihre sprachliche, politische und persönliche Bildung zu verbessern.